Notbremse gezogen: Hertha BSC feuert Luhukay
Es hatte sich bereits nach der Niederlage gegen Bayer Leverkusen angedeutet: Manager Michael Preetz verweigerte Trainer Jos Luhukay das Treuebekenntnis. Nur einen Tag später wurde Fakt, was sich hier angebahnt hatte: Hertha BSC Berlin setzte seinen Übungsleiter nach zweieinhalb Jahren auf die Straße. Der Niederländer konnte seine Mannschaft, die vor der Saison mit vielen Millionen aufgerüstet worden war, nicht auf Erfolgskurs bringen. Berlin ist bis auf Platz 17 der Tabelle abgerutscht. Zum Start der Rückrunde setzte es gleich zwei Niederlagen: Ironischerweise war die Pleite gegen Bayer zumindest optisch ein Schritt nach vorne. Sehr viel schlechter sah das 0:2 gegen Werder Bremen drei Tage zuvor aus.
Dardai übernimmt
Luhukay wird von Hertha-Legende Pal Dardai beerbt. Was beim Hamburger SV (Joe Zinnbauer) und Werder Bremen (Viktor Skripnik) funktioniert hat, soll nun auch an der Spree greifen: Ein Mann, der sich völlig mit dem Verein identifiziert, neue Ideen hereinbringt und der aus dem Stand ein ausgezeichnetes Standing bei den Fans hat. Dardai bekommt in Gestalt von Rainer Widmayer, der den Ruf hat, ein echter Taktikfuchs zu sein, zu dem einen Mann an die Seite, der den Verein wie seine Westentasche kennt, war er doch schon unter Markus Babbel vor einigen Jahren Assistent.
Preetz wackelt bedenklich
Manager Preetz hielt sich die Option offen, auch Dardai in die Wüste zu schicken, sollte sich der Erfolg nicht einstellen. Der frühere Angreifer wackelt inzwischen selbst bedenklich. Sollte Berlin den Klassenerhalt nicht schaffen, wäre dies der dritte Abstieg der Hertha in den sechs Jahren, in denen Preetz inzwischen Manager ist. Er müsste dann wohl auch gehen. Zudem liebäugelt auch Präsident Werner Gegenbauer mit einem Rückzug. Hertha stünde vor einem personellen und sportlichen Scherbenhaufen. Dardai wird vom ersten Tag an großen Druck zu spüren bekommen.